Jullee, jullee
Einen lieben Gruss aus dem zur Zeit leider nicht allzu schönen Ladakh. Eventuell habt Ihr aus Medienberichten erfahren, was in Ladakh passiert ist. Obwohl die Flutkatastrophe in Ladakh neben
den vielen Katastrophenmeldungen aus aller Welt ja nicht lange in den Schlagzeilen war.
Am 4., 5. und 6. August gab es in einem grossen Teil von Ladakh jeweils während der Nacht monsunartige Niederschläge, welche grosse Flutwellen, Schlammlawinen oder Erdrutsche ausgelöst haben.
Ca. 40 Dörfer inkl. der Hauptstadt Leh sind betroffen. Mehr als 1000 Häuser wurden komplett zerstört und bis heute wurden über 200 Tote geborgen. Hunderte Leute werden nach wie vor vermisst
und mit vielen weiteren Opfern wird gerechnet. Die Bergungsarbeiten gestalten sich als sehr schwierig. Grosse Erdrutsche haben die Häuser entweder mitgerissen oder bis in eine Höhe von 3
Metern mit Schlamm gefüllt. Bagger und Maschinen sind nur in einer kleinen Zahl verfügbar und das meiste wird von hunderten von Helfern in mühsamer Handarbeit ausgegraben.
Ich war in der Zeit der Erdrutsche in Leh mit einer Gruppe, die Reise haben wir leider vorzeitig beenden müssen. Die Gruppenteilnehmer sind nach Hause geflogen und ich war die letzten 10 Tage
als Gebietsspezialist für bis zu 15 Botschaften tätig, welche ihre Vertreter nach Ladakh geschickt haben. Etliche Evakuationen per Helikopter, per Strasse oder zu Fuss konnten wir nach
der Katastrophe einleiten und auch ausführen.
Ich habe mich entschieden, für weitere zwei Wochen in Ladakh zu bleiben und beim Wiederaufbau mitzuhelfen. Gestern hat der Premierminister von Indien, Manhoman Singh, Ladakh besucht und eine
grosse Summe an Hilfsgeldern gesprochen. Leider ist damit zu rechnen, dass ein Teil der Gelder versickern wird und die anderen Gelder in den betroffenen Dörfern im Industal eingesetzt werden.
Diese Dörfer sind per Strasse leicht zu erreichen und somit sind auch Hilfslieferungen dorthin kein Problem.
Wir machen uns aber Sorgen um all die kleinen Dörfer in den Trekkinggebieten, welche im Moment nur sehr schwierig und nur in tagelangen Märschen zu Fuss zu erreichen sind. Wegen der
schwierigen Erreichbarkeit rechnen wir nicht mit vielen Hilfslieferungen in diese Gebiete. Aber auch dort haben viele Leute entweder ihr Haus, die Ernte oder gleich beides verloren. Ich
spende über meine Trekkingagentur Himalaya Tours einen grösseren Betrag und sammle zusätzlich mit einigen lokalen, ladakhischen Trekkingagenturen Gelder, welche wir in der nächsten Woche in
diesen Gebieten einsetzen wollen.
Da die Zeit drängt und viele Ladakhis dem nahenden Winter ohne eigene vier Wände und ohne Wintervorrat an Getreide entgegensehen, möchte ich die Sammlung möglichst schnell und unkompliziert
gestalten. Martina hat in der Schweiz ein Konto eröffnet und wird die gesammelten Gelder nach Ladakh überweisen, wo ich die Mittel persönlich einsetzen und verteilen werde. Um eine Stiftung
oder ähnliches zu gründen ist uns die Zeit zu kurz. Somit können wir also für die gespendeten Beträge keine Spendenbescheinigung ausstellen und diese können nicht von den Steuern abgezogen
werden.
Ich hoffe, niemanden mit diesem Mail zu bedrängen. Ich freue mich aber natürlich, wenn jemand die Möglichkeit hat, die betroffenen Ladakhis zu unterstützen.
Mir selber geht es gut und auch die Ladakhis unserer Crew der letzten Jahre sind alle gesund und wohlbehalten.
Das Konto für allfällige Spenden lautet
Graubündner Kantonalbank Chur
IBAN : CH 7600 77 4000 40 8996 000
BC-Nummer: 774
BIC: GRKBCH2270A
Kto Begünstigter: Martina Zwahlen
Zahlungszweck: Flutkatastrophe Ladakh
Eine herzliches Jullee aus Ladakh und ein grosses Dankeschön im Namen der betroffen Ladakhis für die Unterstützung
Thomas Zwahlen
Himalaya Tours
Mülistrasse 3
7076 Parpan
081 384 74 15
079 638 83 89