myclimate Biogas in Nepal, Klimaschutzprojekt, welches von Himalaya Tours unterstützt wird.

CO2-Kompensation

und Gedanken dazu


Soll man überhaupt noch Flugreisen machen?

Soll man überhaupt noch Reisen in Destinationen machen, welche nur mit Flugzeugen zu erreichen sind? Diese Frage stellen wir uns im Hinblick auf den Klimawandel auch immer wieder und jeder muss seine eigene Antwort darauf finden. 

 

Wir denken, dass der Tourismus neben seinen unerwünschten Auswirkungen (Klima, Overtourism etc.) auch viele Chancen bietet. Einerseits kann der Tourismus Arbeit und Einkommen in Regionen bringen, wo sonst kaum Möglichkeiten bestehen. Die wirtschaftliche Alternative für die Einheimischen ist oftmals das Abwandern in die Grossstädte. Wer die Verhältnisse in Kathmandu, Delhi, Kalkutta und anderen Grossstädten kennt, der weiss, dass diese Alternative wahrscheinlich mehr Probleme schafft als löst. Andererseits ist das Kennenlernen von fremden Kulturen nicht nur für einen selber bereichernd, sondern dient vor allem auch der Völkerverständigung, dem Lernen voneinander und dem gegenseitigen Respekt.

 

Wir glauben, dass es sich lohnt, statt mehreren Kurzreisen pro Jahr (weil die Flüge so günstig sind) lieber von Zeit zu Zeit eine längere Reise zu machen. Eine Reise, bei der man Zeit hat, um sich darauf vorzubereiten, einige Wochen in der Region bleibt und sich auch auf die Kultur und das Land einlassen kann.

 



Wie funktioniert die CO2-Kompensation?

 

Flugzeuge stossen CO2 aus, welches schädliche Auswirkungen für die Umwelt hat. Der Ausstoss der Flüge kann berechnet werden. Bei einem Flug von Zürich nach Delhi sind dies knapp 2 Tonnen pro Person für den Hin- und Rückflug.

 

Bei der Klimakompensation geht es darum, diese 2 Tonnen CO2 bei einem Klimaschutz-Projekt wieder einzusparen und somit eine klimaneutrale Balance zu erreichen. 

 



Was kostet die CO2-Kompensation?

 

Die Kosten für die CO2-Kompensation berechnen sich aus zwei Faktoren:

  • Der Menge an CO2-Emissionen, welche sich berechnen lässt. Dies zum Beispiel bei unserem Partner myclimate
  • Den Kosten für die Kompensation pro Tonne CO2 im Klimaschutz-Projekt. 

Dies sind bei Flugreisen in den Himalaya (jeweils für Retourflüge in der Economy-Class) folgende Beträge:

 

Nepal

CHF 75.00 für 2.6 Tonnen CO2

 

Bhutan

CHF 71.00 für 2.5 Tonnen CO2

 

Ladakh

CHF 66.00 für 2.3 Tonnen CO2

 

Tibet

CHF 88.00 für 3.1 Tonnen CO2

 

Sikkim

CHF 70.00 für 2.4 Tonnen CO2

 

Garhwal und Himachal

CHF 57.00 für 2.0 Tonnen CO2

 



Mit welchem Projekt wird das CO2 denn eingespart?

Da unsere Reisen in den Himalaya führen, ist es für uns wichtig, dass das CO2 auch dort kompensiert wird. Über unsere Partnerschaft mit myclimate.org unterstützen wir mit 100 % der CO2-Kompensationen die Förderung von Biogasanlagen in Nepal gemeinsam mit anderen Förderern.

 



Biogasanlagen in Nepal

Die nepalesische Region Terai Arc enthält mehrere Gebiete mit schützenswerten Tier- und Pflanzenarten. Um die lokalen Ökosysteme zu schützen, werden 7500 kleine Biogasanlagen für Bauernfamilien gebaut und installiert. Die Biogasanlagen reduzieren die Nachfrage nach nicht-nachhaltig genutztem Feuerholz und vermindern damit CO2-Emissionen als Folge von Abholzung.

Die installierten, kuppelförmigen Anlagen wurden in Nepal entwickelt und liefern genügend Kochenergie für eine Familie, die über mindestens zwei Kühe oder Büffel verfügt. Der Viehmist wird mit Wasser gemischt und der Anlage zugegeben. Die anaerobe Zersetzung der organischen Substanz führt zur Bildung von Biogas, welches über Rohrverbindungen in die Küche geleitet und zum Kochen verwendet wird.

Das Projekt im Südwesten Nepals hat für die lokale Bevölkerung mehrere Vorteile: Die zeitaufwändige Suche nach Feuerholz entfällt, hunderte von Arbeitsplätzen während der Planung, dem Bau und dem Erhalt der Anlage werden geschaffen und die Latrinen, die den Biogasanlagen angeschlossen sind, wurden verbessert. Der Gebrauch von Biogas zum Kochen verursacht im Gegensatz zu Feuerholz zudem keinen gesundheitsschädlichen Rauch. Der Gärrest aus den Biogasanlagen kann als biologischer Dünger verwendet werden, womit sich die landwirtschaftlichen Erträge verbessern lassen.

Das Projekt wird durch CO2-Kompensationen von diversen Trägern finanziert und von erfahrenen nepalesischen Organisationen umgesetzt. Ein Mikrofinanzsystem sichert, dass die Anlagen schliesslich den Bauern selber gehören.

 



21'088 Tonnen CO2 werden pro Jahr eingespart

Mit dem Projekt wird pro Jahr die grosse Menge von 21'088 Tonnen CO2 eingespart. Seit Beginn des Projektes konnten so Total 115'723 Tonnen CO2 eingespart werden (Stand 2019).

 



Und was hat die lokale Bevölkerung sonst noch davon?

Neben der CO2-Einsparung hat das Projekt mit den Biogasanlagen in Nepal viele weitere Vorteile für die lokale Bevölkerung.

 

Dies sind:

  • Dank dem Gebrauch des selbst produzierten organischen Düngers (Slurry) kann die Abhängigkeit der Kleinbauern von chemischen Düngemitteln vermieden und somit die finanzielle familiäre Situation verbessert werden.
  • Die Biogasanlagen produzieren Biodünger und reduzieren somit chemischen Dünger, was zu einer nachhaltigen Landwirtschaft beiträgt.
  • 50‘250 Personen profitieren seit Projektbeginn von besserer Luftqualität.
  • Weil das zeitintensive Sammeln von Feuerholz entfällt (832 Stunden pro Haushalt pro Jahr), haben Kinder mehr Zeit, die Schule zu besuchen und Hausaufgaben zu machen. 
  • Nur Frauen sind bemächtigt, eine Biogasanlage zu kaufen und zu besitzen. Dies hilft, das Machtverhältnis in der Familie auszugleichen und die Stellung der Frauen zu stärken.
  • 7’500 Biogasanlagen wurden seit Projektstart installiert.
  • Es wurden 1’607 temporäre Arbeitsplätze für die lokale Bevölkerung geschaffen und 4'899 Leute im Umgang mit Biogasanlagen geschult.
  • Die Verwertung des organischen Abfalls trägt zu einem nachhaltigen Abfallmanagement bei. 
  • Bisher 115‘723 Tonnen CO2 reduziert.
  • Das Programm hat bisher 106‘495 Tonnen Holz eingespart und somit 977 Hektaren Wald vor Abholzung bewahrt
  • Das Programm ermöglicht den Transfer, die Verbreitung und Implementierung von umweltfreundlichen Technologien in Indien. 


Einige Zahlen zu myclimate

Das Projekt wird von der schweizerischen Stiftung myclimate ausgeführt und kontrolliert. Myclimate ist einer der führenden Pioniere in Umweltschutz und CO2-Projekten. 

Hier einige eindrückliche Zahlen von der Arbeit von myclimate seit der Gründung (Stand 2019):

  • 6.24 Mio. Tonnen CO2 in Klimaschutzprojekten eingespart
  • 12'800 lokale Arbeitsplätze weltweit geschaffen mit den Klimaschutz-Projekten
  • 6 Mio. Menschen profitieren von myclimate-Projekten
  • 3.8 Mio. Bäume gepflanzt
  • 100 Klimaschutz-Projekte weltweit
  • 570 Mio. Liter Trinkwasser aufbereitet
  • 108'000 Solaranlagen installiert


CO2-Kompensation - Ablasshandel für ein gutes Gewissen?

Bei einem Ablasshandel bezahlen wir ausschliesslich fürs gute Gewissen, doch mit der Unterstützung eines hochwertigen Klimaschutz-Projektes setzen wir uns wirksam fürs Klima ein und leisten einen wertvollen Beitrag für den Umweltschutz.

 



Und Himalaya Tours?

 

Auch wir als Veranstalter haben verschiedene Möglichkeiten, die für die Reise nötigen Flüge (für den Zug ist der Himalaya leider zu weit weg) möglichst umweltschonend zu gestalten. 

  • Nach Möglichkeit fliegen wir mit Swiss. Nicht nur wegen dem «Schöggeli», sondern weil Swiss Direktflüge von Zürich  nach Delhi anbietet für alle Reisen in den indischen Himalaya und nach Bhutan. Ein Direktflug ist «sauberer» als ein Umsteigeflug, da die Flugstrecke kürzer ist und Start und Landung nur einmal nötig sind. Dazu hat Swiss viel in die Modernisierung der Flugzeugflotte gesteckt, welche nicht nur komfortabler sind, sondern vor allem auch deutlich weniger Treibstoff verbrauchen.
  • Bei Destinationen, die nicht mit einem Direktflug erreichbar sind (wie Nepal und Tibet), suchen wir Flugverbindungen, die möglichst direkte Strecken fliegen. Oftmals wären die Flugtarife günstiger, wenn wir «Umwege» fliegen, aber dies ist weder für die Reiseteilnehmer noch für die Umwelt eine gute Option. Es gibt leider Orte in Tibet, die nicht mit «logischen» Flugverbindungen zu erreichen sind (aus politischen Gründen, wegen der Visa oder weil es schlichtweg keine Direktweg-Flüge gibt).
  • Wir kompensieren alle Flüge für unsere Schweizer Reiseleiter und für unsere Büro-Crew.
  • Zusätzlich bezahlen wir einen jährlichen Fix-Betrag an myclimate, ob wir nun geflogen sind oder nicht.

Dies sind alles Massnahmen, die uns Geld kosten. Aber dies geben wir gerne aus für den Schutz des Klimas :-)

 



Weitere Facts zum CO2 und dem Klimaschutz

 

Wir haben recherchiert und einige spannende Facts zum CO2-Ausstoss und dem Klimaschutz zusammengetragen.