100 % Solarstrom, Himalaya Tours

Thomas Zwahlen

Live aus Nepal


  Der neuste Beitrag ist jeweils zuoberst, die vorherigen Tage sind unten angehängt. 

 

Die Updates folgen die teils nur unregelmässig, da wir während des Trekkings im Khumbu entweder kein oder zu langsames Internet  haben.



Landkarte mit Route

Etliche Personen haben nach einer Landkarte mit Route gefragt. Hier ist eine.

 

P.S. Die Kenner haben es gemerkt, Thomas Zwahlen ist nicht nur die Hauptroute abgelaufen, sondern vor allem sämtliche wenig bekannten und teils komplett unbegangenen Nebenrouten. Da dürfen wir uns auf etwas freuen ;-)

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Zurück in der Schweiz

23. Mai 2021

 

Obwohl die internationalen Flüge nach/von Nepal immer noch ausgesetzt sind, fliegen pro Woche einige Charterflüge, um die internationalen Touristen zurück in ihre Heimatländer zu fliegen. Nach 10 Tagen Isolation war mein Corona-Test negativ und ich habe anschliessend noch einige Tage in einem Hotel in Kathmandu verbracht. 

 

Am 22. Mai abends bin ich ab Kathmandu abgeflogen und seit heute wieder zurück in der Schweiz. Damit schliesse ich den Bericht aus Nepal ab und danke allen Leserinnen und Leser. Dies waren sehr viele, das Interesse an der Situation in Nepal scheint sehr gross zu sein. 

 

 



Anders als man denkt

7. Mai 2021

 

So, eigentlich wäre ich jetzt zuhause...aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.

 

Etwas was sich jeder Reisende erhofft vor dem Heimflug ist ein negativer PCR-Test...und meiner war positiv. Es ist mir immer noch schleierhaft, wo ich mich angesteckt haben soll. Ziemlich sicher hat es mit den vielen Nepalis zu tun, welche kurz vor dem Lockdown Ende April zu Tausenden in die Bergregionen geflogen sind und in ihre Heimatdörfer gewandert, um so dem Lockdown im Kathmandu-Tal zu entgehen. Es ist davon auszugehen, dass viele dieser Personen Corona-positiv sind. Die letzten Tage war ich eher schwach, seit gestern geht es aber steil aufwärts und der Arzt rechnet damit, dass die Corona-Infektion schon bald überwunden ist.

 

Mit positiven Grüssen (im doppelten Sinn) aus Kathmandu, Thomas

 

P.S. Das Risiko einer Ansteckung wird für geimpfte Reisende massiv kleiner sein. Und auch viele der im Tourismus tätigen Nepalis werden bis im Herbst geimpft sein. Trotz der jetzigen, zweiten massiven Welle sind wir positiv für die kommende Herbstsaison. Dies zeigt der Verlauf der zweiten Welle vieler Länder und der helfende Effekt der Impfungen.

Hier geht es zu den täglich aktualisierten Reise- und Corona-Infos über Nepal. 

 



Keine Flüge in und ab Nepal bis 14. Mai 2021

3. Mai 2021

 

Das CCMC (Covid-19 Crisis Management Center) und die nepalesische Regierung haben keine Zeit verloren und eine Einstellung der Flüge beschlossen.

  • Lokale Flüge ab dem 4. Mai 2021.
  • Internationale Flüge ab dem 6. Mai 2021.

Beide Flugsperren gelten vorerst bis zum 14. Mai 2021, eine Verlängerung der Flugsperren scheint möglich. Diese Sperrung gilt für sämtliche regulären Flugverbindungen. Charter-Flüge sollen je nach dem möglich sein. Grössere Gruppen könnten demnach einen lokalen Flieger chartern, um vom Berggebiet nach Kathmandu zu fliegen, für Einzelreisende oder kleine Gruppen wird dies zu teuer sein. Bei den internationalen Flügen wird dies auch für grosse Gruppen wohl eher ausserhalb der finanziellen Möglichkeiten liegen. 

 

Es ist erstaunlich, wieviele der Trekker in Nepal nichts von diesen Massnahmen wissen. Falls Sie Bekannte oder Freunde in Nepal haben, dann kontaktieren Sie diese bitte. Auch falls Sie eine Reiseveranstalter sind und Gruppen in Nepal haben.

 

Unter diesen Link ist ein Artikel aus der Himalayan Times über die Flugsituation.

 


Hoppla, die Situation ändert schnell in Nepal!

1. und 2. Mai 2021

 

Zur Zeit sind wir überrascht von der sich sehr schnell ändernden Situation und wir haben beschlossen unsere Reise per sofort abzubrechen und in die Schweiz zurückzukehren. Was ist passiert in den letzten 2 Tagen?

 

Die stark steigenden Fallzahlen waren und sind voraussehbar und diese werden auch noch viel höher steigen. Was aber überrascht ist die Ankündigung des CCMC (Covid-19 Crisis Management Center) die lokalen Flüge allenfalls doch auszusetzen. Dies soll in den nächsten Tagen während einer Sitzung besprochen und dann allenfalls beschlossen werden. Die Gründe sind unter anderem:

  • Um dem Lockdown im Kathmandu-Tal zu entgehen sind viele Nepalis in den letzten Tagen in ihre Heimatdörfer gereist resp. geflogen. Dies mit dem unerwünschten Effekt, dass die Covid-19-Infektionen in die Berggebiete gebracht werden, welche bis anhin weitgehend infektionsfrei waren.
  • Dazu werden offenbar die minimalen Schutzbestimmungen (Maske im Flieger) nicht immer eingehalten. Es soll Reisende oder Gruppen von Reiseveranstaltern geben, welche teils die Maske im Flieger nicht aufhatten, dies fotografierten und anschliessend auf Websites, in Reiseblogs oder in den sozialen Medien posteten. Kann ich nur schwer nachvollziehen, sind die meisten Bergflüge nur im Bereich von 20 - 45 Minuten. Schade! Sollten Ihnen solche Bilder im Web über den Weg laufen, dann machen Sie doch die Betreiber der jeweiligen Site darauf aufmerksam. 

Ein weiterer Grund für den Reiseabbruch ist die Verfügbarkeit der internationalen Flugverbindungen. Stand heute scheint nur eine Destination (Hongkong) die Flugverbindungen ab/nach Kathmandu vorübergehend sistiert zu haben. Bei den Flügen ab Indien sind dies aber schon etliche Länder, welche die Flugverbindungen sistiert haben, teils für etliche Wochen. Was ist hier die Crux?

  • Viele Inder wollen, müssen, möchten ins Ausland fliegen. Da dies von Indien her teils unmöglich ist, reisen diese in grosser Zahl nach Kathmandu, warten hier eine oder zwei Wochen ab und fliegen anschliessend von Kathmandu ins Ausland. Es ist damit zu rechnen, dass die Staaten, welche die potentiell gefährliche indische Corona-Mutation nicht ins eigene Land einschleussen möchten, diesem «Spiel» nicht unbeschränkt zuschauen werden.
  • Auch das nepalesische CCMC ist dran, Flüge in 10 (evtl. mehr) Länder von sich aus zu blockieren. 

Was raten wir den Reisenden, welche jetzt gerade in Nepal sind?

Das ist eine schwierige Frage? Ist doch zur Zeit vieles noch in der Schwebe und nicht abzuschätzen, welche Richtung vor allem die Flugsituation nehmen wird. 

  • Falls Sie Ihre Reise bei einem Reiseveranstalter gebucht haben, dann nehmen  Sie am besten sofort mit diesem Kontakt auf. 
  • Falls Sie individuell unterwegs sind, dann überlegen Sie sich die «Worst Case Szenarien» und ob Sie mit diesen umgehen könnten (z.B. eine gewisse Zeit in Nepal oder in einer Bergregion Nepals blockiert zu sein). Dies muss kein Nachteil sein, wenn man genügend Zeit hat - vielleicht hängt man dann einfach noch das eine oder andere Trekking zusätzlich an. Das die Trekkinggebiete gesperrt werden für Leute, welche bereits dort sind, damit ist eher nicht zu rechnen - aber alles kann sich natürlich schnell ändern ;-)
  • Falls Sie auf Nummer sicher gehen wollen (wie wir), dann erwägen Sie allenfalls einen raschen Abbruch der Reise und fliegen Sie rasch nach Kathmandu und weiter in Ihr Heimatland oder eine andere Destination. Anfangs nächster Woche will die nepalesische Regierung zusammen mit dem CCMC das weitere Vorgehen besprechen und allenfalls Massnahmen treffen. 

Für mich geht eine spannende und für das neue Programm von Himalaya Tours eine überaus effektive Reise (Sie dürfen gespannt sein) überraschend schnell zu Ende. Nima, mein treuer Freund und einer der besten Climbing Sherpas (mehrere erfolgreiche 8000er-Besteigungen) ist während 1 ½ Tagen von seinem Heimatdorf nach Lukla gewandert, um mit uns zusammen  den Mount Meru (6400 Meter) zu besteigen. Anstelle einer gemeinsamen Besteigung werden wir nun ein gemeinsames Abendessen geniessen, mit dem einen oder anderen Bier auf die letzten Wochen anstossen und uns dann gleich wieder voneinander verabschieden. 

 

Morgen früh geht es dann mit dem ersten Flieger nach Kathmandu, dort zum PCR-Test (für den Rückflug) und übermorgen  sollte ich bereits Richtung Schweiz abfliegen. Was war ich einmal mehr froh, um die guten Kontakte unseres lokalen Partners. 15 Minuten nach meinem Telefonanruf heute Morgen an ihn und dem Bescheidgeben, dass wir die Reise abbrechen, hat er die Lukla-Kathmandu-Flüge gebucht, eine Lodge in Lukla reserviert wie auch das Hotel in Kathmandu plus natürlich sämtliche Transporte in Kathmandu, welche wegen des Lockdown teils spezielle Permits brauchen. Ein grosses Dankeschön, Dhanyabad und Thuche!

 

Jetzt kam gerade eine Meldung rein, dass bei den Everest-Expeditionen  ein bedauerlicher Unfall passiert sei. Eine der gefährlichsten Stellen ist der sogenannte «Khumbu Icefall» zwischen Basislager und Lager 1. Dort soll ein Eisabbruch einen ausländischen Bergsteiger und einen nepalesischen Sherpa verletzt haben. Diese wurden mit einem Helikopter in ein Spital in Kathmandu geflogen und die Route durch den «Khumbu Icefall» sei im Moment blockiert. Ich bin nicht allzu abergläubisch, aber vielleicht ist es doch ein Zeichen, die Frühlingssaison im Khumbu zu beenden. 

 

 



Corona und Lockdown

29. und 30. April 2021

 

Zurück in Namche Bazar und wieder mit Anschluss an die News der näheren und weiteren Welt...und diese sind nur nur gut, waren aber so zu erwarten. 

 

Nach den tiefen Infektionszahlen in Indien über den Winter, hat sich dort (wie in vielen anderen Ländern auch) eine gewisse Sorglosigkeit im Umgang mit Corona eingeschlichen und es wurden unter anderem religiöse Festivals mit riesigen Menschenmassen gefeiert. Dies mit dem Resultat von explodierenden Infektionszahlen, wie diese zur Zeit die internationalen News prägen. 

 

Dass sich Nepal den steigenden Infektionszahlen in Indien nicht wird entziehen können, hat mit der grossen wirtschaftlichen Verflechtung beider Länder zu tun und noch weitere Gründe. In Nepal wurde viele Ansteckungen von aus Indien rückkehrenden, nepalesischen Gastarbeitern ins Land gebracht wie auch von indischen Reisenden. Diese sind in den letzten Wochen in grosser Zahl nach Kathmandu gereist, haben hier 10 Tage verbracht, um dann anschliessend ohne Einschränkungen von Kathmandu her in andere Länder fliegen zu können (was von Indien her oft nicht möglich war).

 

Nepal hat am 29. April 2021 die meisten Grenzübergänge zu Indien geschlossen. Zudem wurde ebenfalls ab dem 29. April 2021 ein strikter Lockdown im Kathmandu-Tal verhängt, andere Orte im Flachland könnten folgen. Die meisten Leute müssen zuhause oder im Hotel bleiben, nur wenige Ausnahmen sind erlaubt.

 

So ist leider eingetroffen, was wir bereits im Januar 2021 für diese Frühlingssaison in Nepal vorhergesehen haben. Zum Unverständnis vieler anderer Reiseveranstalter haben wir damals bereits sämtliche Frühlingsreisen nach Nepal abgesagt. Einige Veranstalter sind unserem Beispiel gefolgt, anderen haben Gruppenreisen durchgeführt. Etliche dieser Gruppen (aus allen Ländern wie auch aus der Schweiz) haben wir heute in Namche Bazar getroffen und der verhängte Lockdown und die Unsicherheit bei der Rückreise ist nun das grosse Thema bei diesen.

 

Die folgenden zwei Absätze korrigiere ich per 2. Mai 2021 bereits wieder. Die Entwicklung in Nepal ist schnell, unberechenbar und zur Zeit überraschend. Update siehe im oberen Absatz vom 1. und 2. Mai 2021.

 

Schade für alle, welche am Anfang ihres Trekkings stehen. Da bleibt zu hoffen, dass denen die Situation nicht das Trekking «vermiest»...zu ändern ist es eh nicht. Wie sich die Lage mit dem Lockdown weiterentwickelt ist schwierig abzuschätzen. In den Bergregionen wird man voraussichtlich keinerlei Einschränkungen haben und es ist (Stand heute) damit zu rechnen, dass die lokalen wie die internationalen Flüge in den nächsten Wochen fliegen werden. 

 

Die Daheimgebliebenen sollen sich nicht zu sehr sorgen. Wie gesagt hat man in den Bergregionen keinerlei Einschränkungen und auch von Infektionen hört man wenig bis nichts (bis auf die wenigen Fälle im Everest Basecamp vor ein, zwei Wochen). Falls Sie Angehörige in Kathmandu haben: Diese dürfen mit einem gültigen Flugticket das Hotel verlassen und mit einem Taxi zum Flughafen fahren. Die nationalen wie internationalen Flüge fliegen zur Zeit normal nach Flugplan. Dies Stand 30. April 2021.

 

Falls Sie auf einer Reise in Nepal sind. Geniessen Sie es so gut wie möglich und machen Sie Ihrem Reiseveranstalter keine grossen Vorwürfe. Der Reisebranche «steht das Wasser am Hals» und so ist es verständlich, dass einige unbedingt ihre Frühlingsreisen in Nepal durchführen wollten. Die Corona-Situation ist nur schwer berechenbar...es hätte auch anders kommen können.

 

Warum Sie sich trotz der aktuell schwierigen Lage auf den Herbst in Nepal freuen können?

Hier unsere täglich aktualisierte Einschätzung zur Reisesituation in Nepal:



Ursprüngliches Tal von Thame

28. April 2021

 

Wenn nicht gerade ein Corona-Jahr ist, dann wird das Khumbu von sehr vielen Trekkern besucht und gilt als einer der Regionen mit dem grössten Touristenaufkommen. Zum Glück nehmen  die meisten Trekker und die meisten Reiseveranstalter den Reiseführer von Lonely Planet zur Hand und laufen mehr oder weniger dieselbe Runde. So gibt es also für Ortskundige doch noch Möglichkeiten, den grössten Touristenströmen auszuweichen und einen Teil des ursprünglichen Sherpa-Landes zu entdecken. 

 

Eine schöne und verhältnismässig wenig begangenen Route führt über den 5350 Meter hohen Pass Renjo La ins Tal von Thame. Von der Passhöhe her sieht man die 8000er Mount Everest und Lhotse wie auch den mächtigen Gipfel des Makalu. Ein langer Abstieg bringt uns in die kleine Ortschaft Lungden. Am Nachmittag wandern wir talaufwärts auf einer geschichtsträchtigen Route Richtung des 5800 Meter hohen Passes Nangpa La, welcher Nepal von Tibet trennt. Die uralten Gebetssteine und Chörten am Wegrand zeugen davon, dass dies eine alte Pilgerroute nach Tibet war.

 

Über den Nangpa La hat auch ein Teil der Besiedlung des Khumbu stattgefunden. Die Sherpa (tib. Shar = Osten, Pa = Leute) sind vor vielen Hunderten Jahren aus dem Osten Tibets über die hohen Himalayapässe nach Nepal eingewandert und haben die unwirtlichen Hochtäler des Khumbu besiedelt. Nach der Besetzung Tibets wurde die Route über den Nangpa La von vielen Tibetern für die Flucht nach Nepal und weiter nach Indien benutzt. Und dazu war die Route über all die Jahrhunderte bis zum heutigen Tag eine beliebte Handelsroute, auf welcher Tibeter Güter nach Nepal brachten. Erst letztes Jahr ist dieser Handel wegen der Corona-Situation zwischenzeitlich zum Stillstand gekommen und darum trifft man zur Zeit auch kaum tibetische Händler am wöchentlichen Markt in Namche Bazar. 

 

Neben der grossen geschichtlichen Bedeutung ist das Tal von Thame aber vor allem sehr ursprünglich geblieben. Hier trifft man noch auf Hirten mit ihren Yakherden, es gibt typische Sherpa-Dörfer (welche keine Ansammlung von Lodges sind) und spannende Klöster. Eigentlich schade, dass nur wenige Trekker diese Gegend entdecken, aber andersherum eigentlich auch gut...darum, psst!

 

Hier einige Bilder vom Renjo La und vom Tal von Thame



Aussichtspunkt Gokyo Ri

27. April 2021

Obwohl die meisten Trekker in der Everest-Region zum Aussichtspunkt Kala Patthar resp. zum Basecamp wollen, gilt der 5360 Meter hohe Gokyo Ri für viele Kenner als der vielleicht schönste Aussichtspunkt in der ganzen Everest Region. So lohnt es sich, hier einen Tag einzuplanen und diesen bei Sonnenaufgang oder -untergang zu besteigen.

 

 

Es trifft sich, dass heute Vollmond ist. So steige ich bei Sonnenuntergang auf den Aussichtspunkt. Ich habe den Schlafsack im Gepäck und setze mich damit an einen der zahlreichen Steinmänner und geniesse eine unglaublich schöne und klare Vollmondnacht hier oben, bevor ich bei Sonnenaufgang zum Frühstück nach Gokyo absteige. Ich gebe zu, mit meinem -7 Grad-Schlafsack habe ich bei den kalten -20 Grad nicht sehr viel geschlafen, aber dies war auch nicht das Ziel ;-)

 

Hier einige Bilder von Gokyo


 

 

 

Und manchmal muss man einfach das ganze Panorama sehen.


Über den Cho La zu Seen von Gokyo

25.-26. April 2021

So, endlich wieder ein Lebenszeichen. Nicht der Lockdown (davon mehr später) ist schuld an der langen Pause, sondern der Schnee scheint das gesamte Internet im oberen Khumbu für etliche Tage komplett lahmgelegt zu haben...wobei es eigentlich schon verrückt ist, dass man in diesen entlegenen Tälern in Höhenlagen zwischen 4500 und 5500 Metern überhaupt eine Internetverbindung hat.

 

Das Wetter ist immer noch wechselhaft mit jeweils strahlend klaren Morgenstunden und einigen Wolken gegen den Abend. Wir wollen uns auf den Weg machen zu den heiligen Seen von Gokyo. Sobald wir die Hauptroute von Namche Bazar ins Everest Basecamp verlassen wird es schlagartig sehr ruhig auf dem Trek. Wir steigen auf zum kleinen Ort Dzongla, dem Ausgangspunkt für die Überquerung des Passes Cho La (5420 m). Hier steht eine kleine Ansammlung von Lodges, welche mehrheitlich geschlossen sind. Die neuste der Lodges wurde erst 2017 erbaut. Diese wird von einem sehr hilfsbereiten Sherpa-Paar geführt und bietet einen überaus heimeligen Essraum, schöne Zimmer und das Essen schmeckt ausgezeichnet. 

 

Gut ausgeschlafen und gestärkt nehmen wir am nächsten Morgen des Anstieg zum Pass unter die Füsse. Während des ganzen Weges treffen wir auf keine Menschenseele...dies hat es wahrscheinlich die letzten 30 Jahre nicht mehr gegeben. Der früher als recht anspruchsvoll bekannte Passübergang wurde in den letzten Jahren kontinuierlich ausgebaut und ist nun für die meisten Trekker gut machbar, was die technischen Schwierigkeiten anbelangt. Eine gute Kondition ist allerdings immer noch gefragt. An vielen Stellen wurden Steinstufen gebaut, der flache Gletscher ist mit Stangen gut markiert (dieser wird ohne Gletscherausrüstung wie Steigeisen oder Pickel begangen) und die steileren Stellen nahe der Passhöhe wurden mit Drahtseilen abgesichert. 

 

Von der Passhöhe her geniessen wir eine phantastische Aussicht, welche wohl nur noch von der Aussicht des Renjo La her getoppt wird (mehr dazu am 28. April). Nach der kleinen Ortschaft Dragnag steht die letzte Herausforderung des Tages an. Der Ngozumba-Gletscher gilt als einer der grössten Gletscher im Himalaya. Vom 8000er Cho Oyu schiebt er sich mehr als 35 Kilometer durchs Tal von Gokyo. Diesen Gletscher gilt es zu überqueren. Auch hier wird keine Gletscherausrüstung gebraucht, da man nicht auf dem Eis, sondern auf Schutt und Geröll läuft, welches den Gletscher in einer dicken Schicht bedeckt. Die Herausforderung ist das Wegsuchen und das dauernde Auf und Ab bis man nach ein, zwei Stunden die gegenüberliegende Gletschermoräne erreicht.

 

Um die Mittagszeit erreichen wir den kleinen Ort Gokyo, am dritten der fünf heiligen Seen. Ich mache noch kurz einen Abstecher nach Machermo, um mir die Entwicklung der Lodges dort anzusehen. Diese ändern sich schnell und der neuste Trend «Double Glass Window» macht die oftmals sehr kalten Zimmer doch ein bisschen angenehmer (sprich: nicht warm, aber ein bisschen weniger kalt). 

 

Hier einige Bilder vom Übergang über den 5420 Meter hohen Pass Cho La



Hier geht's zu den Tagen vom 7.-24. April